Als verantwortliche Person den Immobilienpark einer Gemeinde stehen Sie vor einer herausfordernden Augangslage. Sie tragen eine grosse Verantwortung, stehen stets unter kritischer Beobachtung und haben in der Regel einen kurzen Horizont.

Im Gegensatz zu einem Portfoliomanager einer Pensionskasse haben Ihre Immobilien als Zielgrösse nicht nur eine möglichst hohe Rendite. Sie haben es mit Betriebsimmobilien zu tun und leben mit der täglichen Herausforderung, den betrieblichen Anforderungen einer Schule, einer Feuerwehr, einem Werkhof, einer Bibliothek, einem Gemeindehaus u. dgl. zu genügen und deren Entwicklung zu antizipieren.

Unternehmen, deren Kerngeschäft nicht auf Immobilien ausgerichtet sind, werden in der Immobilienwirtschaft als Non-Property-Unternehmen bezeichnet.Deren Portfolio von Immobilien als Bestandteil des Anlagevermögens sind vollständig der Kategorie Betriebsimmobilien zuzuordnen. Dabei handelt es sich um alle Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte sowie Gebäude und bauliche Anlagen, unabhängig ob sich diese im Eigentum des Unternehmens befinden oder nur gemietet bzw. gepachtet sind oder deren Nutzung nur gestattet wurde.

Umgekehrt werden Unternehmen, deren Kerngeschäft auf explizit Immobilien ausgerichtet sind, in der Immobilienwirtschaft als Property-Unternehmen bezeichnet. Deren Portfolio von Immobilien sind vollständig der Kategorie Anlageimmobilien zuzuordnen. Dabei handelt es sich um alle Grundstücke und grundstückgleiche Rechte sowie Gebäude und bauliche Anlagen, unabhängig ob sich diese im Eigentum des Unternehmens befinden oder nur gemietet bzw. gepachtet sind oder deren Nutzung nur gestattet wurde.

Bei Anlageimmobilien steht die Ausrichtung auf einen Wertbeitrag für das Unternehmen im Sinne einer Erwirtschaftung eines Ertrags bzw. einer Rendite aus der Immobilie selbst im Vordergrund. Ein professionelles Corporate-Real-Estate-Management hat zwar ebenfalls einen Wertbeitrag für das Unternehmen zu leisten. Im Vordergrund steht aber hierbei nicht der Ertrag bzw. die Rendite aus der Errichtung, Bewirtschaftung oder der Verwertung der Betriebsimmobilie. Der jeweilige Wertbeitrag leitet sich hingegen aus den Kerngeschäftsprozessen ab. Diese können von Unternehmen zu Unternehmen, von Branche zu Branche sowie von Land zu Land stark variieren. Üblicherweise handelt es sich um Wertbeiträge, die auf finanzwirtschaftliche Kennzahlen, Effizienz und Effektivität im Umgang mit der Immobilie oder Nutzerzufriedenheit – also der Zufriedenheit des Kerngeschäfts mit dem Unterstützungsprozess – abzielen (für Details siehe hierzu nachstehende Literatur – Glatte, Th.: The Importance of Corporate Real Estate Management in overall Corporate Strategies).


Jan Baumgartner
eidg. dipl. Immobilientreuhänder